Im Dienste der Heimat: Der Eifelverein Steffeln

"Vor zehn Jahren ging durch unsere Gemeinde ein Ruck", beschrieb der damalige Ortsbürgermeister Bruno Gorges in seinem Grußwort zum zehnjährigen Bestehen der Ortsgruppe die seinerzeitige Aufbruchstimmung. Als 1999 die Arbeiten am Vulkangarten Steffelnkopf abgeschlossen waren stellte sich die Frage: Wer kümmert sich zukünftig um die Pflege und die Erhaltung, wer betreibt die Führungen? Andreas Wisniewski, Cheftouristiker an der Oberen Kyll, hatte eine Antwort darauf: Eine Ortsgruppe des Eifelvereins wäre die richtige Institution, um einen naturnahen Tourismus zu fördern und Besuchern wie Einheimischen die Einzigartigkeit der vulkanischen Landschaft zu vermitteln.

Mit 14 Mitgliedern startete die junge Ortsgruppe am 2. März 1999. Inzwischen ist sie zu einer respektablen Größe mit rund 130 Mitgliedern angewachsen, mit einem umfangreichen Wanderprogramm sowie speziellen Angeboten für Kinder.
An der Gründung maßgeblich beteiligt war Karl Harings, der auch der erste Vorsitzende war. Dank seiner Initiative und Tatkraft sind grundlegende Vorhaben umgesetzt worden: Der Eifelverein stellt die "Vulkangärtner", die den Vulkangarten Steffelberg pflegen; es werden regelmäßig Erlebnisführungen angeboten; das Wanderwegenetz rund um Steffeln und Auel wurde vollständig neu konzipiert, neu ausgezeichnet und mit Hinweistafeln markiert, zahlreiche Ruhebänke wurden aufgestellt. Den Junggesellenverein konnte Harings überzeugen, den in Vergessenheit geratenen Brauch des "Freudenrad-Scheiwens" am ersten Fastensonntag wiederzubeleben. Maßgeblich unterstützt wurde die Wiederherstellung des Eichholzmaares

Sehr aktiv ist die von Martina Berg und Agnes Winkler betreute Kindergruppe, die Mal- und Bastelaktionen anbieten, z. B. das Buswartehäuschen liebevoll verschönerte, und seit Jahren in der Vorweihnachtszeit eine lebensgroße Krippe und ein illuminiertes „Weihnachtsdorf“ unter dem Kirchenfelsen aufbauen.

Kernstück des Vereins ist das jährlich neu aufgelegte attraktive Wanderprogramm zu Zielen in der näheren und weiteren Umgebung, gelegentlich auch mit Mehrtagesfahrten z. B. nach Tirol und in die Lüneburger Heide. Mit bis zu 60 Mitwanderern ist die alljährliche Glühweinwanderung kurz vor Silvester der "Renner".

Ein weiteres Glanzlicht im doppelten Wortsinn ist das "Vulkanglühen" mit Lagerfeuerromantik im Hochsommer auf dem Plateau des Steffelberges.

Ausgezeichnet mit dem Kulturpreis des Hauptvereins wurden zwei Projekte im kulturellen Bereich, die zudem von der Europäischen Union gefördert wurden: An rund hundert alten Bauernhäusern sind Tafeln mit den althergebrachten, teilweise bis ins 16. Jahrhundert zurückreichenden Hausnamen einschließlich deren Bedeutungen, erforscht von Werner Grasediek, angebracht worden. An den rund fünfzig Flur- und Wegekreuzen in der Steffeler und Aueler Gemarkung wurden Erläuterungstafeln aufgestellt und eine Dokumentation erstellt. Schließlich hat die Ortsgruppe ein von Hermann Palms erstelltes Mundart-Wörter- und Lernbuch über das Steffeler Platt mit dem Titel „Mir schwäzze Platt“ herausgegeben.

Letztendlich dienen alle Aktivitäten dem Hauptzweck des Eifelvereins: Schönheit und Eigenart der Eifeler Naturlandschaft bewusst zu machen und für ihre Erhaltung im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung einzutreten.

Werner Grasediek

(August 2018)